Vor allem Schmerzen sprechen besonders gut auf eine Bestrahlung an. Bei zahlreichen Krebsarten können Knochenschmerzen, die durch Metastasen bedingt sind, durch eine Bestrahlung gelindert werden. Durch die Bestrahlung baut sich der Knochen oft wieder auf, Knochenbrüche können vermieden werden.
Aber auch Atemnot, Schluckbeschwerden, Lähmungen, Harnstauung, Lymphstau oder Blutungen können durch die Strahlentherapie häufig günstig beeinflusst werden. Damit ist die Palliative (Symptomatische) Strahlentherapie bei vielen Tumorpatienten eine sehr effektive Maßnahme, um die Lebensqualität der Patienten wesentlich zu verbessern.
Palliative Medizin und Pflege wird in der Definition nach der WHO (World Health Organisation) folgendermaßen festgelegt:
„Palliative Pflege bedeutet eine aktive und umfassende Behandlung, Pflege und Begleitung von Patienten zum Zeitpunkt, da ihre Krankheit nicht mehr auf eine heilungsorientierte Behandlung anspricht und Schmerzbehandlung, präventive und supportive Maßnahmen bei weiteren Symptomen sowie bei psychischen, sozialen und seelisch/geistigen Problemen von grösster Wichtigkeit sind. Hauptziel der Palliativen Pflege ist die bestmögliche Lebensqualität für Patient und Familie.
Palliative Pflege setzt die Schwerpunkte in der Linderung von Schmerzen und weiteren belastenden Symptomen, integriert körperliche, psychische, soziale und seelisch/geistige Gesichtspunkte in die Behandlung, Pflege und Begleitung, und bietet supportive Unterstützungsmassnahmen an, welche dem Patienten erlauben, so aktiv wie möglich bis zu seinem Tod zu leben.“
Strahlentherapie ist ein wichtiger Eckpfeiler in der palliativen Pflege bei Krebs.
In diesem palliativen Bereich hat die Strahlentherapie eine wichtige Funktion. So können durch eine Bestrahlung entscheidende Weichen zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Erleichterung der Pflege gestellt werden. Ziel der Behandlung ist immer, die Symptomatik zu beheben oder zumindest zu lindern - hingegen ist es nicht primäre Intention der Behandlung, eine Heilung zu erreichen. Es kann jedoch in manchen Fällen die Überlebenszeit durch die Behandlung positiv beeinflusst werden.
Aufgabe des Arztes ist es, ein für den Patienten individuelles Behandlungskonzept anzubieten, welches in angemessener Form die psychosoziale Situation, den Allgemeinzustand sowie die Lebenserwartung berücksichtigt. Aber es sind auch Ausmaß der Vorbehandlungen, Behandlungsreserven und in letzter Zeit auch gesundheits-ökonomische Aspekte zu beachten.
Die Strahlentherapie kann folgende Symptome lindern, beseitigen bzw. verhindern: Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, drohende Frakturen, Druckgefühl, Sensibilitätsstörungen, Lähmungen durch Kompression von Gefäß- und Nervenstrukturen, Hirndruckzeichen, Hirnnervenausfälle, Beeinträchtigungen beim Sehen, Stenosezeichen (=Verengungen in den Bronchien, in der Speiseröhre, im Enddarm, in der Harnröhre) Tumorblutungen, tumorbedingte Entzündungen und Geschwürbildungen.
In diesem Abschnitt finden Sie Beiträge, die sich mit den schmerzlindernden Aspekten der Strahlentherapie beschäftigen:
Strahlentherapie bekämpft Schmerzen
Strahlentherapie im Dienste der Lebensqualität
Palliative Strahlentherapie verhilft zu Mobilitätsgewinn |